Der Projektmanager als Jogger im dunklen Wald

Ich habe mir wieder mal vorgenommen, mehr Sport zu treiben.

Um 20:30 Uhr bin ich losgerannt. Dunkelheit und Nebel verschlucken mich sogleich. Berg hoch, übers Feld und in den Wald. Eine angenehme Erholung.

Vom Mond ist heute Nacht nicht viel zu sehen und von der Strasse auch nicht viel, wäre sie nicht weiss. So zieht sich der Weg wie eine klare Spur durch den Weg, einfach zu folgen. Wehe jedoch dem Jogger, der Nachts einen „schwarzen“ Weg versucht zu beschreiten. …

Bei Tage spielt das natürlich keine Rolle. Kleine Wege, dunkle Wege, grosse Wege, egal, er ist immer Sichtbar. In der Dunkelheit spielt es jedoch eine grosse Rolle.

Was hat das mit Projektmanagement zu tun?

Sehr viel.

Einfache Projekte lassen sich einfach ohne klare Strukturen und Prozesse bzw. Abmachungen durchführen. Auch wenn nicht alle Best Practices beachtet werden und schlecht mit Ressourcen umgegangen wird. Das Projekt wird in der Regel irgendwie fertig gestellt.

Doch wie sieht es mit komplexen Projekten aus?

Mit Projekt-Kickoff beschreitet das Team (der Jogger) den Weg.

Jedes Projekt hat per Definition ein Ende. Dazwischen kann der Weg alle möglichen Formen und Farben annehmen. Es gibt unzählige gute Guidelines und Tipps ein Projekt erfolgreich durchzuführen:

  • Beschlüsse genau dokumentieren
  • Status regelmässig Kommunizieren
  • Arbeiten in kleine Pakete aufteilen und planen
  • Projektziele definieren
  • und noch viele mehr

Unter einfachen Rahmenbedingungen (z.B. einfacher Kunde, einfaches/übersichtliches Projekt) mag dies überflüssig erscheinen. Dinge lassen sich oft mündlich regeln oder sind implizit für alle Parteien klar.

Doch was passiert, wenn es plötzlich dunkel wird? Dann steht man plötzlich mit abgesagten Hosen da. Und dann, wenn es dunkel ist, wird jeder Projektmanager froh sein, wenn er sich an gewisse Guidelines und Best Practices gehalten hat.