In der Armee etwas über Risko Management gelernt

Risiko Management scheint in der Armee wichtig zu sein. Auch bei scheinbar Nebensächlichen Tätigkeiten, wird an mögliche Risiken gedacht und entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Heute morgen musste/durfte ich mich wieder ins grüne Overall werfen, bewaffnet mit Sturmgewehr und bestückt mit chlobigen Schuhen. Zeit für den alljährlichen Wiederholungskurs (WK) der schweizer Armee. Eine Zeit gefüllt von Ineffizienz und Alibiübungen. Eine Zeit von gar nicht so schlechtem Essen (wird sich noch zeigen), viel toter Zeit (welche sich auch positiv nützen lässt) und vielen neuen Bekanntschaften.

Die neuen Rekruten sind soeben in der Kaserne angekommen, sehen noch ein bisschen verschüchtert aus und scheinen noch nicht ganz sicher zu sein, ob dies ernst ist oder nur ein Spiel. Einer der ersten Aufgaben der neuen Rekruten ist das Abholen des persönlichen Gewehrs.

Der effiziente Weg wäre die Gewehre hinzustellen, jeder holt sich eines, geht beim „Sekretariat“ vorbei und registriert die Waffe. Zeitaufwand, geschätzte 10s pro Person, was bei 350 Rekruten ca. 1 h dauern würde.

Doch ein Gewehr ist nicht einfach ein paar Schuhe oder ein Kampfanzug, oder schon gar nicht Kartoffelstock, welcher lieblos aufs Teller geklatsch wird. Ein Gewehr, das Gewehr, ist die persönliche Waffe, welche die Rekruten die kommenden 20 Wochen auf Schritt und Tritt begleiten wird.

Risikomanagement beginnt im Kleinen

Dieses Eisen wird daher persönlich vom Kadi überreicht (natürlich nachdem der Rekrut sich ordnungsgemäss angemeldet hat, was allein schon einige Lacher mit sich bringt). Zeitaufwand steigt auf ca 4h an. Wie auch immer, darum geht es mir gar nicht. Um auch mal etwas positives an der Armee hervozuheben: Die Vorbereitung und das Risikomanagement war Vorbildlich.

Der Computer mit den Namenslisten ist bereit. Seriennumer der Gewehre können eingetragen werden. Schön zu sehen, dass moderne Technologie auch in der Armee angekommen ist und nicht mehr alles mühsam von Hand gemacht werden muss. Neben dem Computer liegen alle Listen fein säuberlich ausgedruckt. Bereit, um damit manuell zu arbeiten, falls der Strom ausfällt, der Computer abstürzt oder sonst ein Unglück geschieht.

Es lässt sich streiten, ob es sich lohnt, dieses minimale Risiko abzudecken. Vielleicht ist es auch einfach die mangelnde Computer Affinität und das Misstrauen Computern gegenüber? Ich an seiner Stelle wäre nie auf die Idee gekommen, dass da etwas schief gehen könnte und das dieses Risiko abgefangen werden sollte, doch was wenn? Dann wären 350 Rekruten noch länger da gestanden.

Das Risiko sieht je nach Blickwinkel anders aus

Daher: Risiken sollten nie alleine abgeschätzt werden. Die Diskussion mit ein anderen Person (vorteilhaft mit einem total anderen Blickwinkel) wird viele nützliche Sachen aufbringen und auch noch so kleine Risiken zu Tage fördern.